Löwen mit Drachenflügeln

Erfurt. Vor der Saison hätte wohl keiner der beiden Vereine mit diesem Ergebnis gerechnet: Die junge Eishockey-Mannschaft der Spielgemeinschaft ESC Dresden und EHC Erfurt schloss die Vorrunde der Deutschen Nachwuchsliga (DNL), Division II, als Dritter ab und schaffte überraschend den Sprung in die U20-Relegation. Dort wurde sie wieder Dritter. Damit verpasste sie den Aufstieg in die Division I, die höchste deutsche Spielklasse dieser Altersklasse, nur knapp. Mit von der Partie waren vier junge Nachwuchstalente der Young Dragons des EHC Erfurt. Nils Münzberg (Jahrgang 2001), Joe Kiss, Enzo Herrschaft (beideJahrgang 2000) und Torhüter Erik Dressel (Jahrgang 1999) trainieren in der Saison unter der Woche in Erfurt und Dresden und bestreiten ihre „Heimspiele“ ausschließlich in Dresden. Das Quartett wird auch in der nächsten Saison von der Erfurter Kooperation mit der Nachwuchsabteilung des DEL2-Clubs Dresdner Eislöwen profitieren. Denn vor der Saison hatte der DeutscheEishockeybund (DEB) die DNL, in der auch die Nachwuchsteams von DEL-Clubs wie den Eisbären Berlin, Adler Mannheim oder Kölner Haien in zwei Achtergruppen spielen, von der U19- zur U20-Liga erweitert. Somit können die Youngsters ein weiteres Jahr im Nachwuchsbereich spielen und sich entwickeln. Damit will der DEB die Qualität des bundesweiten Spielbetriebs erhöhen und Sprung in den Seniorenbereich erleichtern.
Diesbezüglich hatte der sportliche Leiter des EHC Erfurt,Henry Tews, schon vorher die Weichen gestellt. Joe, Enzo, Erik und Nils, wie auch Tilman Pfister, wurden über die gesamte Saison bereits regelmäßig in das Training der ersten Männermannschaft der TecArt Black Dragons integriert. Erik und Enzo durften schon Oberligaluft schnuppern. Tilman Pfister, der ebenfalls noch DNL spielen kann, hatte sich sogar zum Ende der Saison mit mehreren Einsätzen im Drachenteam festgebissen und wurde von dessen Fans zum „Rookie des Jahres“ gewählt. Für die jungen Wilden gilt es, den Fokus zu behalten und weiter hart an sich zu arbeiteten, um die körperlichen Unterschiede perspektivisch auszugleichen. „Die Kooperation mit den Dresdner Eislöwen ist für uns 
natürlich von großem Vorteil. Als Verein mit Fokus auf die Nachwuchsarbeit haben wir mit der DNL ein Aushängeschild für unsere Nachwuchssportler und gleichzeitig ein optimales Sprungbrett in den Oberliga-Spielbetrieb unserer ersten Mannschaft. Das passt ins Vereinskonzept“, so Tews. Zudem rechnet er damit, dass nächste Saison weitere Nachwuchsspieler aus Erfurt den Sprung in die höchste deutsche Nachwuchsliga schaffen. Die Vorzeichen für die neue Spielzeit sind positiv.

 

Joe Kiss (rechts) war Topscorer der Spielgemeinschaft Dresden/Erfurt in der Relegationsrunde und
hofft in der neuen Saison auf Einsätze im Erfurter Männerteam.
Diese konnte sein Teamkamerad Enzo Herrschaft(links) schon verzeichnen.

 

 

Demnächst im Drachentor? Erik Dressel ist alsGoalie des DNL-Teams der Spielgemeinschaft
Dresden/Erfurt ein zuverlässiger Rückhalt und brachte es in der abgelaufenen Saison auf 22 Einsätze